Vision

Die Welt rückt immer weiter zusammen und die Menschen kommen einander näher. Unterschiedliche Kulturen, Einstellungen und Traditionen treffen aufeinander. So ist es zunehmend wichtiger, diese Begegnungen in einer Form mitzugestalten, dass sie von Toleranz, Gleichberechtigung, Ebenwertigkeit und von gegenseitigem Respekt und Verständnis getragen sind. Nur so kann Vorurteilen, Rassismus, Konflikten, Gewalt und ungleichgewichtigen Abhängigkeiten entgegengewirkt werden.

 

Das Forum-Brasil ist ein interkulturelles Zentrum des als gemeinnützig anerkannten Trägervereins Forum Brasil e.V.. Es fördert Kulturaustausch, Völkerverständigung und interreligiösen Dialog. Denn es gilt: Frieden unter den Völkern gibt es nur, wenn Frieden zwischen den Kulturen und Religionen herrscht. Durch gleichberechtigte Partnerschaft kann ein wechselseitiger Austausch der jeweiligen kulturellen Reichtümer gelingen, so dass alle Beteiligten durch den jeweiligen Zugewinn profitieren können. Damit wird eine Brücke geschlagen zwischen den Menschen und Kulturen, die geprägt ist von Respekt, Offenheit für das Andere und gegenseitiger Unterstützung.

 

Das Forum-Brasil will diese Brücke schlagen: zwischen den Kontinenten und Kulturen besondere am Beispiel Deutschland/Europa – Brasilien. Brasilien ist viel mehr als nur der berühmte Karneval, Samba und Fußball. Mit seiner reichhaltigen Kultur und seinem alten bis nach Afrika zurückreichenden Wissen, den Einflüssen seiner indianischen Ureinwohner, seinen Mythen, Traditionen und Mystik hat Brasilien weit mehr zu bieten, als bei uns in Europa bislang bekannt ist.

 

Deutschland hingegen hat eine Jahrzehnte gar Jahrhunderte alte Tradition von sozialer Verantwortung und sozialem Know-how. Von dieser Erfahrung und dem sozialem Engagement vieler Menschen in Deutschland können wiederum soziale Organisationen und hilfsbedürftige Menschen in Brasilien profitieren.

 

Das Forum Brasil ist ein Zentrum für Kultur und Soziales. Durch seine vielfältigen Angebote in beiden Bereichen verbindet es Menschen und Kulturen. Es lässt in seinen Kursen, Workshops, Veranstaltungen und Projekten den Geist des friedlichen Miteinanders wahrnehmbar werden.

 



 


Anlässlich des Internationalen UN-Gedenktages gegen Rassismus am 21. März beziehen wir Stellung

Rassismus? Hier?? Nein, bei uns gibt es keine Nazis!


Allzu oft wird Rassismus oder rassistisches Verhalten, zumal in Deutschland, mit dem rechtsradikalen Gedankengut gleichgesetzt. Wenn Menschen „Opfer rechter Gewalt“ werden, ist die Empörung groß. Schnell sind dann Politiker und Personen des öffentlichen Lebens zur Stelle, um diese schrecklichen Auswüchse der Intoleranz zu geißeln und die „abscheulichen Taten“ zu verurteilen. Nur äußerst selten wird dann jedoch darauf verwiesen, dass entgegen der verbreiteten Interpretation, Rassismus nicht in erster Linie ein Problem rechter Randgruppen ist, sondern ein strukturelles Phänomen. Nur auf einer fruchtbaren gesellschaftlichen Basis können rechsradikale Strukturen gedeihen. Begriffe wie „Ausländerfeindlichkeit“ oder „Fremdenhass“ sind da äußerst aufschlussreich, verweisen sie doch ungewollt auf eine Grundproblematik. Es sind oftmals eben keine 'Ausländer' oder 'Fremde' die Opfer von Diskriminierung oder gar Gewalt in ihrer physischen und seelischen Ausprägung werden.

 

Ist das in Deutschland geborene und aufgewachsene Mädchen mit dunkler Hautfarbe eine Fremde, eine Ausländerin? Für viele mag es in der Tat so sein, und genau dort beginnt das strukturelle Problem, und auch dort sind die Wurzeln zu suchen, die sich am Ende zu rechtem Terror auswachsen, der über zehn Jahre sein Unwesen treiben kann - Vertuschung, Verleugnung und Verharmlosung staatlicher Stellen inklusive. Deutsch, das ist nunmal... Ja, was eigentlich? Die zugrundeliegende strukturelle Form der Diskriminierung ist Alltag und findet nur selten Eingang in die Feuilletons und Talkrunden. 


  • Strukturelle Diskrimierung ist, wenn das in Deutschland geborene und aufgewachsene Mädchen von den Eltern ihrer Freundin als 'Negerin' bezeichnet wird.
  • Strukturelle Diskriminierung ist, wenn der Platz neben dem Mann frei bleibt, obwohl die Straßenbahn so gut wie voll ist.
  • Strukturelle Diskriminierung ist, wenn in jeder dritten Straßenzeile auf großflächigen Plakaten die Blicke trauriger schwarzer Kinder den Passanten verfolgen und dabei Stereotype zementiert und reproduziert werden, um einer 'Hilfsorganisation' zu neuen Einnahmen zu verhelfen.
  • Strukturelle Diskrimierung ist wenn der Junge keine Empfehlung für das Gymnasium erhält obwohl er offensichtlich die Fähigkeiten dazu hätte.
  • Strukturelle Diskrimierung ist, wenn das junge Paar die Wohnung nicht bekommt, weil sie schon vergeben ist und am nächsten Tag weitere Besichtigungen stattfinden.

Das Gegenteil einer rassistischen Gesellschaft ist wohl eine tolerante und offene Gesellschaft, die in der Andersartigkeit keine Bedrohung sondern eine Chance sieht und die es daher auch vermeidet Ängste und Ressentiments zu nutzen – sei es politisch oder für die Einschaltquote. Eine solche Gesellschaft erfordert jedoch in der Tat eine 'Willkommenskultur' die auf gegenseitiger Achtung und der Akzeptanz von Vielfältigkeit basiert. Die vielfach angemahnte und diskutierte „Integration“ ist in diesem Zusammenhang keine Einbahnstraße, sondern sie muss vielmehr beidseitig gewollt und glaubwürdig organisiert sein. Selbst geprägt durch einen Geist der Offenheit und des aktiven interkulturellen Dialogs in einer als „globalisiert“ bezeichneten Welt, fühlt sich das Forum Brasil dieser antirassistischen 'Willkommenskultur' verpflichtet und versteht sich daher als Bindeglied und Brücke zwischen den Kulturen und Menschen in all ihrer Vielfalt.

Dr. Kani Tuyala (deutscher Politologe, Begründer von Lions of Science)