AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

 

Decolonising Arts – featuring Film & Performance (Online Event)

Filmvorführung „JEAN“ von und mit Alex Mello & Spoken Word Performance mit SchwarzRund

 

 

Freitag, 13. November 2020, 19:00 Uhr
Teilnahme auf Spendenbasis
Anmeldung unter:  info@forum-brasil.de (der ZOOM-Link wird am Tag der Veranstaltung zugeschickt)

Kolonialistische Denkstrukturen und Neo-Kolonialismus ziehen sich durch unsere Gesellschaft und beeinflussen so auch maßgeblich unsere Kunst und Kultur, sowie Sichtweise darauf. Künstler:innen, die sich jenseits des Status Quos der weißen westlichen Mehrheitsgesellschaft bewegen, erklimmen so neue Blickwinkel und Aussichten für die Kunst, Kultur und Gesellschaft insgesamt. An diesem Abend möchten wir zwei von ihnen künstlerisch und im Gespräch begegnen.

Der Abend wird durch eine Filmvorführung eingeleitet, in der der zeitgenössische Künstler Alex Mello über die Arbeit von Jean Michael Basquiat reflektiert. Anschließend gibt es eine Lesung / Spoken Word Performance von SchwarzRund. Es folgt darauf ein Gespräch, moderiert von Benita Bailey, mit den beiden Künstler:innen mit Reflektionen zu ihrer künstlerischen Arbeit und der Dekolonisierung der Künste insgesamt.

Zu Alex Mello & dem Film “JEAN”:
Alex Mello ist in Rio de Janeiro aufgewachsen und studierte dort Schauspiel, Tanz und Akrobatik. In Deutschland absolvierte er eine Zusatzausbildung zum Theater und Zirkuspädagogen. Neben zahlreichen theaterpädagogischen Projekten, in Brasilien und Deutschland ist er vor allem als Macher und Akteur für seine Performances bekannt.

Für den Kurzfilm JEAN schrieb Alex Mello das Drehbuch. Inspiriert vom Leben des Künstlers Jean-Michel Basquiat erzählt der Film von einem Maler, der mit Geistern der Vergangenheit abrechnet.
„Er hat mit Madonna geschlafen. Malte in Armani Anzügen. War reich. Berühmt. Kaputt. Nahm Heroin und starb daran mit 27 Jahren in einem New York er Loft, das Andy Warhol gehörte. Soweit die Eckdaten zu Jean-Michel Basquiat, dem ersten AfricanAmerican Künstler, dem Weltruhm zuteilwurde. (Zitat : Lizzie Himmel Ausstellung Jean- Michel Basquiat – Fondation Beyeler)

*** Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache statt.

 

Dia da Consciência Negra – featuring Sanni Est (Online Event)

Tag des Schwarzen Bewusstseins – Black Awareness Day

(Deutsch/Portugiesisch)

 

Freitag, 20. November 2020, 19:00 Uhr
Teilnahme auf Spendenbasis
Anmeldung unter:  info@forum-brasil.de (der ZOOM-Link wird am Tag der Veranstaltung zugeschickt)

Wir möchten den Fokus des diesjährigen Dia da Consciência Negra (Tag des Schwarzen Bewusstseins) im Forum Brasil, zusammen mit AfroPolitan Berlin und dem Interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I., noch einmal auf die Kraft der Schwarzen Frauen und insbesondere Transfrauen konzentrieren, denn der 20. November ist auch der Transgender Day of Remembrance (Gedenktag für die Opfer von Transphobie).

Aus diesen Gründen haben wir die Multi-Künstlerin und Trans*Aktivistin Sanni Est für eine Multimedia Performance eingeladen. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde mit Sanni Est, Tessa Hartig (Afropolitan Berlin) und Jamile da Silva (S.U.S.I. Interkulturelles Frauenzentrum) über die Bedeutung des Dia da Consciência Negra und die Rolle der Afro-Brasilianischen Frauen statt, sowie auch eine Reflektion über Schwarze und afrodiasporische Frauen in Deutschland und Europa.

Ohne die afrikanischen Einflüsse wäre die heutige brasilianische Kultur nicht das, was sie ist. Dennoch haben Afro-Brasilianer:innen noch immer – und leider aktuell wieder zunehmend mehr – unter offener und latenter Diskriminierung im Alltag zu leiden. Auch Schwarze Frauen in Deutschland kämpfen, nach wie vor, gegen Diskriminierung, Rassismus und für mehr Sichtbarkeit, queere Frauen und Transfrauen unter ihnen umso mehr. Frauen kämpfen zudem momentan in Brasilien auch noch gegen einen faschistischen Präsidenten, in einem Land, das trauriger Weltrekordhalter in der Gewalt gegen Transpersonen ist; alle 48 Stunden wird dort im Durchschnitt eine Transperson ermordet, 170 Menschen allein in 2017.

Bei all diesen Kraft-kostenden Kämpfen möchten wir den Dia da Consciência Negra 2020 der Sichtbarkeit, dem Zelebrieren und Ehren von Schwarzen Frauen in Brasilien, Deutschland und auf globaler Ebene widmen.

Zur Performance / Videos:
Sanni Est: Minha Consciência – Gedenken an mich selbst.
Am Dia da Consciência Negra greift die Multi-Künstlerin Sanni Est ihre früheren Arbeiten in aktuellen autobiografischen Kommentaren auf, die auf etymologischen und dekolonialen Forschungen der Sängerin in den letzten Jahren basieren. Reflexionen über ihre Wurzeln, Gegenwart und Zukunft werden in verschiedenen Medien gezeigt, live und durch Aufnahmen früherer Werke aufgeführt. Die Trans*Aktivistin wird auch ihr Manifest „Photophobia“ präsentieren, das zuvor in der Ausstellung „Queer as German Folk“ veröffentlicht und 2019 auf dem Festival „Die Zukunft ist nicht genug“ am HAU – Hebbel am Ufer aufgeführt wurde.

Zur Künstlerin:
Sanni Est ist Künstlerin, Kuratorin und Transfeministin mit Sitz in Berlin und Wurzeln im Nordosten Brasiliens. Sanni nutzt verschiedene Medien und verwebt rohe, (auto-) biografische Erzählungen, die vom Filmemachen über queere BIPoC-Themen aus verschiedenen Teilen der Welt reichen. Singer-Songwriter, Schauspielerin, Autorin und Rednerin; während sie ihren trans*braunen Körper als performatives Ausdrucksmittel nutzt, um den Betrachter zu provozieren und ihn mit ihren kolonialen Wahrnehmungen der geschlechtsspezifischen Performativität zu konfrontieren.

Ursprünge & Hintergründe:
In Brasilien wird der Dia da Consciência Negra (Tag des Schwarzen Bewusstseins) seit 1960 jährlich am 20. November, dem Todestag von Zumbi dos Palmares (1665 – 1695) gefeiert. Zumbi dos Palmares war im 17. Jahrhundert Anführer der größten Quilombo-Gemeinschaft Brasiliens. Quilombo-Gemeinschaften waren Zusammenschlüsse von Afro-Brasilianer:innen, denen die Flucht von Plantagen, Gefängnissen und Sklavensiedlungen gelungen war.

Am 20. November wird zudem seit 21 Jahren am Transgender Day of Remembrance (Gedenktag für die Opfer von Transphobie) an die Opfer transphober Gewalt erinnert. Initiiert wurde der Gedenktag von Gwendolyn Ann Smith, einer Transfrau, die als Grafikdesignerin, Kolumnistin und Aktivistin in San Francisco arbeitet. Anlass war der Mord an Rita Hester in Allston (Massachusetts) im November 1998. Smith gründete daraufhin das Internet-Projekt „Remembering Our Dead“, aus dem später zu Ehren von Rita Hester der internationale Transgender Day of Remembrance hervorging.

*** Die Veranstaltung findet in deutscher und portugiesischer Lautsprache statt.